
3d-druck-dual-extrusion: Mehrfarbige Modelle und wasserlösliche Stützen in 4 Wochen meistern
Geschätzte Lesezeit: 12 Minuten
Wichtigste Erkenntnisse
- Dual-Extrusion ermöglicht mehrfarbige und multi-material 3D-Drucke mit beeindruckender Präzision.
- Mit wasserlöslichen Stützen wie PVA oder BVOH erzielst du komplexe Geometrien ohne Nacharbeit.
- Die Wahl zwischen klassischem Dual-Druckkopf und IDEX-System hängt von Budget und Anforderungen ab.
- Kalibrierung und Trocknung von Supportmaterialien sind entscheidend für saubere Ergebnisse.
- In nur 4 Wochen kannst du lernen, präzise mehrfarbige Modelle mit sauberen Stützstrukturen zu drucken.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Du willst 3d-druck-dual-extrusion lernen und endlich saubere mehrfarbige Teile drucken? Dann bist du hier richtig. Mit Dual-Extrusion kombinierst du zwei Materialien oder zwei Farben in einem Druck. Das eröffnet neue Möglichkeiten – von farbigen Logos bis zu wasserlöslichen Stützstrukturen, die sich im Wasser einfach auflösen.
Was ist Dual-Extrusion?
Ein Dual-Extruder-3D-Drucker besitzt zwei Düsen – eine für jedes Material. Damit druckst du beispielsweise PLA und PVA in einem einzigen Job. Das Funktionsprinzip ist einfach: der Drucker wechselt automatisch zwischen den Extrudern, um unterschiedliche Materialien abzulegen.
- Mehrfarbendruck mit Dual-Extrusion.
- Multi-Material-Druck – etwa PLA + PVA.
- Komplexe Geometrien durch lösliche Stützen.
Diese Vorteile bestätigt auch Raven3DTech – Dual-Extrusion bringt enorme Designfreiheit mit.
Dual-Extrusion-Architekturen: IDEX vs. klassische Dual-Düse
Klassische Dual-Düsen sitzen gemeinsam auf einem Druckkopf. Das spart Platz, birgt aber Oozing-Risiken. IDEX-Systeme (Independent Dual Extrusion) dagegen nutzen zwei unabhängige Druckköpfe, die sauber parken. BCN3D gilt hier als Pionier.
- Klassisch: Günstiger, aber oozing-anfällig. Prime Tower empfohlen.
- IDEX: Teurer, aber extrem sauber beim Materialwechsel.
Mehrfarbige Modelle: Techniken und Anwendungen
Mit Dual-Extrusion kannst du zwei Farben pro Druck kombinieren. Wichtig ist, das CAD-Modell so zu gestalten, dass du einzelne Körper separat exportierst. Der Raise3D-Leitfaden zeigt, wie Farbtrennung und Interface-Layer optimal umgesetzt werden.
- Einlegegrafiken für Schriftzüge und Symbole.
- Farbcodierungen für Prototypen und Bedienmodule.
- Design-Prototypen für Präsentationen.
Wasserlösliche Stützen: PVA und BVOH
Wasserlösliche Stützen sind ein Highlight des Dual-Drucks. Nach dem Druck tauchst du das Bauteil ins Wasser – das Supportmaterial löst sich einfach auf. Besonders Ultimaker bietet hervorragende Profile für PLA+PVA und BVOH.
- PVA: Standard-Material, günstiger, langsamer löslich.
- BVOH: Premium-Variante, löst sich schneller und sauberer.
Typische Anwendungen
- Technische Prototypen: mit internen Kanälen, wasserlöslichen Stützen.
- Medizinische Modelle: komplexe Formen, empfindliche Übergänge.
- Kleinserienproduktion: durch IDEX Duplication- oder Mirror-Modus.
Wie BigRep betont, verbessert Dual-Extrusion die Produktivität und Detailgenauigkeit erheblich.
Herausforderungen & Kalibrierung
Dual-Extrusion-Drucker benötigen Kalibrierung von X/Y/Z-Offsets. Mit einem Kalibriermuster und präziser Justierung reduzierst du Oozing und Layer-Fehler. Auch All3DP empfiehlt: Prime Tower aktivieren und Düsenpark-Positionen nutzen.
- Offset-Korrektur: Linienkreuze justieren bis deckungsgleich.
- Oozing: Rückzug und Halte-Temperatur anpassen.
- Trocknung: PVA/BVOH vor dem Druck 4–6 Stunden trocknen.
Praxis: Gerätewahl & Workflow
Bei der Auswahl des Druckers lohnt sich ein Blick auf BCN3D, Ultimaker und Raven3DTech. Für den Workflow: Beginne mit PLA+PVA, aktiviere Prime Tower, reduziere Drucktemperatur der inaktiven Düse. Trockne PVA, lege Testdrucke an, speichere Profile je Materialpaar.
Fazit
Dual-Extrusion ist der Schlüssel zu professionellen, detailreichen Modellen mit klaren Farbtrennungen. In 4 Wochen kannst du Routine aufbauen – von zweifarbigem PLA-Druck bis zu komplexen PVA-Stützstrukturen. Der Aufwand bei Kalibrierung und Materialpflege zahlt sich in Qualität und Vielseitigkeit aus.
FAQ
Wie lange dauert es, bis man Dual-Extrusion sicher beherrscht?
Mit gezieltem Üben und zwei Projekten ist in etwa 4 Wochen eine gute Routine erreichbar.
Welches Material ist besser – PVA oder BVOH?
PVA ist preiswerter, BVOH löst sich schneller und sauberer, ideal für feine Details.
Was ist der größte Fehler beim Dual-Extrusion-Setup?
Feucht gelagertes PVA. Es verursacht Blasen und Druckfehler – daher unbedingt trocknen und luftdicht lagern.
Welche Software eignet sich am besten?
Cura, IdeaMaker und PrusaSlicer bieten präzise Profile für Dual-Druck mit PVA oder BVOH.


